Eltern verlieren häufiger das Sorgerecht

Eltern in NRW wird immer häufiger das Sorgerecht für ihre Kinder abgesprochen, weil sie in deren Obhut nicht mehr sicher sind. Der Trend steigt seit Jahren an. Im vergangenen Jahr haben. die Gerichte in NRW in 3936 Fällen den vollständigen oder teilweisen Entzug der elterlichen Sorge angeordnet, um die Kinder vor Gefahren zu schützen. Nach Angaben des Statistischen Landesamts waren das 10,7 Prozent mehr Fälle als im Vorjahr (3556).

Zum überwiegenden Teil, nämlich in 3032 Fällen, wurde 2010 das Personensorgerecht ganz oder teilweise dem örtlichen Jugendamt übertragen. Um 904 der betroffenen Kinder und Jugendlichen kümmerte sich anschließend eine Einzelperson oder ein Verein. Familien-Experten führen die Entwicklung vor allem auf mehr Sensibilität in der Bevölkerung zurück. Nachbarn oder Verwandte seien nach Berichten über misshandelte Kinder eher bereit, sich an das Jugendamt zu wenden. Auch die Behörden, die in der Vergangenheit mitunter wegen Vernachlässigung ihrer Aufsichtspflicht kritisiert wurden, würden heute eher reagieren.

„Die Zahlen verdeutlichen,‘ dass der präventive Ansatz in der Kinder- und Jugendpolitik der einzig richtige Weg ist“, sagte NRW-Familienministerin Ute Schäfer (SPD) der WR. Durch rechtzeitige Unterstützung könne vermieden werden, dass Familien am Ende überfordert seien.

Quelle: Westfälische Rundschau vom 07.07.2011 / Theo Schumacher


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